Cham / Weder Jude, Christ noch Moslem

© 2006 Books on Demand, ISBN 978-3-8370-5222-0, Paperback, 332 Seiten.

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Wie kam es zu diesem Buch?

Biographischer Bezug

Drei Gründe, Cham zu lesen

Zur Frage der Geschichtlichkeit

Warum weise ich abrahamitische Theologien zurück?

Kontrapunkt
Cham ergreift Partei. Es steht auf der Seite derer, die unter den biblischen Religionen zu leiden hatten. Was parteiisch ist, ist ungerecht. Cham betont den Schaden, den das biblische Weltbild angerichtet hat. Es befasst sich nicht mit seinem Nutzen. Niemand weiß, ob die Geschichte ohne den Einfluss der biblischen Lehre nicht tragischer verlaufen wäre, als sie es ist.

Und übrigens
Eine der größten Dummheiten, die die Menschheit begehen könnte, wäre es, Israels Sicherheit in Frage zu stellen.

Glaube und Gesundheit
Dogmatische Religiosität und ihre Folgen

Cham
Weder Jude, Christ noch Moslem
© Michael Depner
  1. Zielsetzung des Buches
  2. Thesen
  3. Einführung
  4. Kapitelübersicht
    1. 4.1. Altes Testament
    2. 4.2. Neues Testament
    3. 4.3. Neuzeit
  5. Texteigenschaften und Methode
  6. Quellen


Eine wichtige Klarstellung vorweg
Das Buch Cham beinhaltet eine Religionskritik. Eine Religionskritik befasst sich mit der Qualität religiöser Ideen. Sie befasst sich nicht mit der vermeintlichen Minderwertigkeit von Menschen, die solche Ideen teilen. Irren ist menschlich. Die Tatsache, dass Menschen irrigen Vorstellungen folgen, mindert ihren Wert nicht. Wäre das anders, wäre niemand als vollgültig wertvoll anzuerkennen.

Eine Kritik der abrahamitischen Theologien kommt nicht umhin, das Alte Testament und damit die jüdische Theologie mitein­zubeziehen. Religions­kritische Aussagen, die die jüdische Theologie miteinbeziehen, werden leicht als antisemitisch gedeutet, weil diesbezüglich aus historisch gut verstehbaren Gründen eine besondere Sensibilität besteht. Es wird daher ausdrücklich betont, dass antisemitische Vorstellungen abwegig sind. Der Autor des Textes ist von der Gleichwertigkeit aller Menschen und Völker überzeugt.

Cham greift brisante Themen auf. Das Buch enthält eine komplexe Argu­mentation über mehr als 300 Seiten. Sie kann Sichtweisen tiefgreifend verändern. Kaum jemand, der Cham liest, wird emotional unbeteiligt sein. Die einen mögen das Buch als befreiend begrüßen, andere es als einen Tabubruch verurteilen. Egal, wie man aber urteilen mag, ein reflektiertes Urteil ist nur möglich, nachdem man das Buch gelesen hat.

1. Zielsetzung des Buches

Friedlich können sich Menschen nur auf dem Boden der Wahrheit begegnen; nicht auf dem Boden mythologischer Vorstellungen, die Tatsachen verschweigen und sich zugleich zur höchsten Wahrheit erklären, der sich jeder zu unterwerfen hat. In einer Welt, in der die Völker zusammenrücken, schürt die Predigt des religiösen Gehorsams Zwietracht und Spaltung.

In einem fiktiven Prozess vor dem Jüngsten Gericht untersucht das Buch das Weltbild der Bibel. Es vergleicht das Rechtsgefühl der Heiligen Schrift mit ideologischen Positionen des Nationalsozialismus. Dabei zeigt es Parallelen zwischen der Lehre vom auserwählten Volk und Hitlers Wahnideen auf. Cham kommt zu dem Schluss, dass die biblische Tradition für die Gräueltaten des Dritten Reichs mitverantwortlich ist.

Indem das Buch Zusammenhänge beleuchtet, die bislang übersehen werden, plädiert es dafür, Religion und Spiritualität vom Prophetenglauben zu befreien. Nur ein Glaube, der alle Propheten vom Thron stürzt, kann Völker im Respekt vor der Wahrheit vereinen.

2. Thesen

  1. Unter dem Vorwand, von Gott beauftragt zu sein, unterwarf Moses die Hebräer einem totalitären Staat.
  2. Das abrahamitische Gottesbild war auf den politischen Vorsatz von Diktatur, Völkermord und Landeroberung ausgelegt.
  3. Bei der Eroberung Kanaans vollstreckten Moses' Nachfolger den ersten als Endlösung geplanten Völkermord der Geschichte.
  4. Jesus war von den Lehren des Alten Testaments überzeugt. Er hat Paulus nie beauftragt, die abrahamitische Theologie auf andere Völker zu übertragen.
  5. Durch die "Heidenmission" hat Paulus die Weichen dafür gestellt, Europa der abrahamitischen Theologie zu unterwerfen und damit auch Weichen, die bis nach Auschwitz führten.
  6. Das Christentum hat das kulturelle Klima geschaffen, aus dem heraus der Nationalsozialismus entstand.
  7. Es tut mir leid, dass ich wie Moses das gelobte Land nur aus der Ferne sehen kann.
    Hitler am 27.2.42 / Wolfsschanze

    Hitlers Weltbild wurde wesentlich von den Vorgaben der abrahamitischen Theologie mitbestimmt. Ersetzt man Hebräer durch Deutsche erkennt man auffällige Parallelen zwischen den Grundaussagen des Nationalsozialismus und denen des Alten Testaments.
  8. Ohne den Selbstbetrug der Anhänger biblischer Konfessionen, die den Mord der Israeliten an den Völkern Kanaans bis heute als Dienst an der göttlichen Ordnung verklären, hätte es keinen Holocaust gegeben. Der Keim des Antisemitismus liegt in der abrahami­tischen Theologie. Die abrahamitische Theologie ist daher mitverant­wortlich an den Verbrechen, die Antisemiten begangen haben und weiterhin begehen.

3. Einführung

Noah hatte drei Söhne: Cham, Sem und Japhet. Als Noah betrunken im Zelt lag, wies Cham auf die Blöße seines Vaters hin. Sem und Japhet schauten weg. Das war der Ausgangspunkt einer Entwicklung, die Unheil über die Menschheit gebracht hat; denn dieser Mythos bestimmte die Regeln einer Kultur, die Unterwerfung zur religiösen Pflicht erklärt. Gehorsam ist für die Bibel das Erste Gebot.

Weil Cham auf den Fehler seines Vaters hinwies, verstieß ihn Noah in die Knechtschaft Sems. Im biblischen Weltbild gilt Cham als Stammvater der Völker Kanaans, Sem als der des "auserwählten Volkes", das im Auftrag Moses' Kanaan besetzte. Dabei hat das "auserwählte Volk" an den Kanaanitern einen als Endlösung geplanten Völkermord vollstreckt. So steht es in der Bibel.

Bis heute ist das moralische Denken Europas von einer Tradition geprägt, die das Unrecht dieses Völkermords verleugnet. Mehr noch: Die Tradition hält einen neuen Völkermord, die Apokalypse, für ein notwendiges Übel beim Übergang in die endgültig gerechte Ordnung der Welt.

Hitler ist im Klima dieses Glaubens groß geworden. Er hat aus der biblischen Tradition heraus den Mythos eines neuen "Herrenvolks" entworfen. Dabei hat er wesentliche Merkmale des Bilds vom "auserwählten Volk" für die eigene Sache übernommen; einschließlich der Vorstellung, dass auch das neue "Herrenvolk" beauftragt ist, ein anderes Volk, ein angeblich "abgrundtief frevelhaftes", auszulöschen.

Zwar stand der Nationalsozialismus dem Judentum als blanker Feind entgegen, sein Credo ging jedoch ebenso aus ursprünglich abrahamitischen Lehrsätzen hervor, wie sein Hass auch ein Ergebnis christlicher Unredlichkeit war. Hätte Europa den Mythos vom gerechten Mord Israels an den Kanaanitern niemals nachgebetet, hätte es weder das Dritte Reich noch dessen Völkermord an den Juden gegeben.

4. Kapitelübersicht

Cham besteht aus drei Abschnitten: Altes Testament, Neues Testament, Neuzeit.

4.1. Altes Testament

Der erste Abschnitt beschreibt die Vorgänge, die zur Machtergreifung Moses' und zum Vernichtungskrieg gegen Kanaan führten. Dabei geht er konsequent davon aus, dass Moses nicht von Gott beauftragt war. Genau das geht aus dem biblischen Text mit erstaunlicher Plausibilität hervor. Des Weiteren beschreibt er, wie sich der Glaube trotz des Scheiterns der mosaischen Verheißung durch Gewalt am Leben hielt und als Mittel seines Selbstbetrugs die messianische Erwartung schuf.

4.2. Neues Testament

Der zweite Abschnitt beleuchtet die biblischen Ereignisse der Zeitenwende. Er beschreibt Jesus als überzeugten Anhänger der Alttestamentarischen Lehre. Er belegt, dass dessen Aufruf zur Feindesliebe ein taktisches Manöver war und das biblische Konzept der Nächstenliebe den Totschlag anderer immer schon mitdachte. Durch den Vergleich des Neuen mit dem Alten Testament deckt er Manipulationen auf, mit denen Paulus die Grundmuster des abrahamitischen Denkens auf Europa übertrug.

4.3. Neuzeit

Der dritte Abschnitt befasst sich mit der Neuzeit. Er belegt durch Zitate aus dem Mund Hitlers die Verwandtschaft zwischen dem abrahamitischen Glauben und der nationalsozialistischen Ideologie. Er untersucht, wie die Kirche der Neuzeit, nach dem Völkermord an den Juden, die antiken Morde ihrer Gründerväter beurteilt. Dabei wird klar, dass der biblische Glaube Inhalte vermittelt, die der Botschaft der Liebe unvereinbar gegenüberstehen.

5. Texteigenschaften und Methode

Das Buch ist als fiktiver Prozess gegen Hitler vor dem Jüngsten Gericht konzipiert. Dabei sind Akteure der biblischen Mythen sowie ein Vertreter der Kirche als Zeugen geladen.

Anhand von Zitaten aus allen Kapiteln der Bibel, einem katholischen Begleittext sowie Aussagen Hitlers belegt das Buch seine Thesen. Es ist in neun Kapitel gegliedert und umfasst 332 Seiten.

6. Quellen

Soweit nicht anders gekennzeichnet, entstammen die Bibelzitate und die Zitate des katholischen Begleittextes der Familienbibel aus dem Verlag des Borromäusvereins Bonn von 1966 (Die Heilige Schrift / Familienbibel / Altes und Neues Testament).

Die Zitate aus dem Koran entstammen der Übersetzung von Lazarus Goldschmidt aus dem Jahr 1916 (Komet-Verlag, ISBN 3-933366-64-X).

Die Zitate aus dem Mund Hitlers entstammen dem Buch Der Glaube des Adolf Hitler - Anatomie einer politischen Religiosität, von Friedrich Heer, Amalthea Verlagsgesellschaft, 1998, ISBN 3-85002-415-6.